Flatten The Fucking Curve

Flatten The Fucking Curve

#flattenthefuckincurveEin Kommentar 

 By Sascha Kollmeder/20.03.20/ Blog 

Die Verantwortung beginnt genau dann, wenn man keine Gewissheit mehr hat.“

- Jaques Derrida -

Coronavirus hier und Coronavirus dort – Die Schlagzeilen überschlagen sich und auch in den sozialen Medien wird sich der Finger wund geschrieben und auf einmal ist alles anders, als es noch vorher war. Wir erleben in diesen Tagen wie brüchig unser System geworden ist. Ein kleiner Virus setzt dem Vater, der Mutter, den Großeltern, dem Unternehmer und auch der ganzen Infrastruktur zu. Es ist dieser kleine unsichtbare Erreger, der die Welt aus den Fugen zu heben scheint. Virus – Das ist ein wirklich abstrakter Begriff für die massiven Einschränkungen denen wir nun ausgeliefert sind. Ausgangssperre, Umsatzeinbußen und das Gesundheitssystem gelangt an seinen Grenzen. Es scheint fast so als wäre diese Epidemie ein Sinnbild unseres unverantwortlichen Verhaltens unserer Umwelt gegenüber. Doch wenn wir eines von der Natur lernen konnten, dann ist es, dass exponentielles Wachstum auf Dauer nicht tragfähig ist. Die Natur reguliert seit jeher jedes Ungleichgewicht selbst.
Wir erleben aktuell die Zeichen unseres Verhaltens auf allen Ebenen. Für dauerhaftes und nachhaltiges Wachstum spielt der Faktor Zeit eine unverzichtbare Rolle. Die Natur benötigt Zeit um sich erholen und Ressourcen aufzuforsten. Auch wir als Menschen benötigen Zeit um zu reflektieren und zu wachsen. In einer Welt, die auf Konkurrenz und Effizienz getrimmt ist kommt diese Zeit der Inneren Einkehr oft zu kurz und wir erleben einen Zustand des Dauerstresses. Haben wir vergessen wer wir sind?
Ausgangssperre als Zeichen einer überreizten Gesellschaft
Wir erleben aktuell eine nie dagewesene Zwangsbeschneidung unserer Freiheit. Ist diese Beschneidung vielleicht nur Symbol einer längst überfälligen Pause? Sind wir wirklich ausgeliefert? Sind wir Opfer dieses drastischen Freiheitsentzugs?
Nein – Wir sind weder Opfer noch hilflos. Man hat uns vor die Wahl gestellt. Man hat an unseren gesunden Menschenverstand appelliert. Wir alle konnten bis vor kurzem noch freie Entscheidungen treffen und genau das haben wir im Kollektiv getan. Wir haben eine Entscheidung getroffen. Die Mehrheit der Menschen hat sich dafür entschieden, die Empfehlungen unserer Bundesregierung zu ignorieren und sich stattdessen den Cappuccino in der Sonne schmecken zu lassen. Es wurden „Corona Parties“ veranstaltet, man traf sich in Stadtparks, um seine freie Zeit miteinander zu genießen. Die Freiheit zu tun und zu lassen worauf man gerade Lust hat, stand im Vordergrund. Der maßlose Konsum und die wachsenden Anforderungen in unseren Jobs und unseren Lebensläufen haben dazu geführt, dass wir die Verbindung zu uns selbst und zu unserer Umwelt verloren haben. Die Konsequenzen dieses Handelns müssen wir nun alle tragen. Ab Freitag Nacht, 0 Uhr, gelten in ganz Bayern Ausgangsbeschränkungen. Vorerst für 14 Tage. Ziel ist es das Gesundheitssystem zu entlasten und die Ansteckungsrate über eine lange Zeit zu dehnen. Die Beschränkung der Freiheit dient dem Schutz aller und Freiheit ist niemals von Verantwortung abzukoppeln. Wir haben eine Wahl getroffen und zwar jeder Einzelne. Ist es nun richtig den Zeigefinger auf diejenigen zu richten, die vor wenigen Tagen noch sorglos in den Eisdielen saßen oder sich wegen der letzten Packung Nudeln fast die Köpfe von den Schultern abgerissen haben? Wir wissen nicht, mit welchen Ängsten diese Menschen unabhängig von der Corona-Krise Tag für Tag zu kämpfen haben. Wir laufen nur in unseren eigenen Schuhen. Es ist vermutlich reichlich schwer, genau jetzt nicht zu urteilen – insbesondere wenn man sich an die Empfehlungen gehalten hat und nun der eigenen Freiheit beraubt wird und doch ist es der einzige Weg zu mehr Toleranz, Solidarität und Verständnis. Was sollte man auch davon haben, Zuhause zu sitzen und sich vor Wut die Finger an der Tastatur zu verstauchen? Genau – Es bringt rein gar nichts, außer das eigene Unbehagen zu verstärken.
Eine ungewohnte Situation wird zur Chance
Wir können uns stattdessen dafür entscheiden die nun frei geschaufelte Zeit zu nutzen. Während sich die Natur eine ausgiebige Pause gönnen kann, können wir unterdessen in uns gehen und in aller Ruhe darüber reflektieren, was wir im Leben wirklich wollen. Aus dem Zwang kann ein Dürfen werden. Wir dürfen jetzt erforschen, wer wir wirklich sind und wofür wir brennen. Wir haben jetzt Zeit zu spielen, wie wir es als Kinder getan haben. So ganz ohne Zwang und Eile. Wir dürfen begreifen, dass Freiheit eben immer auch Verantwortung bedeutet. Denn Freiheit bedeutet nicht nur von einem Zwang befreit zu sein, sondern eben auch für etwas frei zu sein. Es bedeutet auch sich freiwillig für die Veränderung zu entscheiden, anstatt nur gegen das Alte zu kämpfen. Diese Entscheidung kann unseren Geist befreien und neue Kapazitäten für Lösungen schaffen. Denn während wir begreifen, dass unser System in jeder Schicht zu bröckeln beginnt, können wir auch verstehen lernen, dass Altes weichen muss, um Platz für Neues zu schaffen. Die Natur zeigt uns deutlich, dass es ein „Weiter so“ nicht geben kann. Wir sind alle dazu aufgefordert unendliches Wachstum mit nachhaltigem Wachstum auszutauschen - im Innen wie im Außen. Wir dürfen verstehen, dass die Kapazitäten unserer Umwelt unendliche Fülle bieten, wenn man ihr die Zeit der Erholung zugesteht und verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen lernt. Wir dürfen erfahren, dass es sich genau so mit unserem persönlichen Wachstum verhält. Wir dürfen schneller, weiter und höher mit langsamer, bewusster und glücklicher ersetzen. Eines der weisesten Mantras unseres Kulturkreises birgt die Chance, die wir nun erhalten: „In der Ruhe liegt die Kraft,“ und „aus großer Kraft folgt große Verantwortung“ (kleine Nerd-Anspielung am Rande). Durch diese Kraft und Verantwortung dürfen wir wahre Freiheit erschaffen. Möglicherweise können wir aus dieser Situation lernen. Was wenn wir der Natur die gewonnene Zeit zugestehen, damit sie sich von unserem Handeln erholen kann?
Was wenn wir nach der Krise daran arbeiten das System nachhaltig zu verändern?

Es eröffnet uns eine nie dagewesene Chance. Die Zukunft basiert auf Kooperation und nicht auf Konkurrenz!

Let`s do it!

Auch uns trifft diese Ausnahmesituation sehr. Wir sind ein junges Start-up, dass gerade daran arbeitet die Reichweite zu erhöhen und unsere eigene kleine „Fashionrevolution“ umzusetzen. Genau wie unsere geschätzten Mitstreiter im Bereich der fairen und nachhaltigen Mode sind wir aktuell darauf angewiesen, dass unser Onlineshop besucht und auch weiterhin genutzt wird.
Bitte unterstützt weiterhin alle Fair Fashion-Unternehmen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, diese Welt zum Besseren zu wandeln.
Und das ist doch wirklich eine wunderbare Aussicht auf unsere gemeinsame Zukunft. Lasst uns alle zusammen halten in diesen Zeiten!

Euer Universoul- Team

 


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